Motto: Was nicht dein ist, das laß 
      liegen.

Der Seelenmarkt

bullet1 Nachsatz

    Leopold Schefers Novelle „Der Seelenmarkt“ aus der Sicht von heute:

    Nachdruck von Literatur — profitable Quelle für Reichtum.
    Es herrscht Kapitalismus, es ist die Zeit in der Friedrich Engels die Auswüchse des Kapitalismus in England studiert, und Karl Marx sein Lebenswerk Das Kapital konzipiert und bald das Kommunistische Manifest veröffentlicht wird. 
    Der Dichter Leopold Schefer veröffentlicht in Jahre 1830 in Anbetracht der fortschreitenden Komerzialisierung des Literaturmarktes im frühen Kapitalismus eine Novelle, in der die Situation des armen Verlegers und Buchdruckers Warnkönig beschrieben wird und die menschlichen und unmenschlichen Seiten der literarischen Warenwirtschaft aufgezeigt werden.
    Nachdruck von Büchern ist profitabel. Eine neue Generation von Unternehmern tritt auf den Plan: Der Nachdrucker, hier ein karierebeflissener Herr Mauskopf, der Opponent des Herrn Warnkönig.
    Der Name Mauskopf ist zu trivial, so wird aus u ein n aus Mauskopf und zwei nn wird Mannskopf . . . So heißt nun sein Sohn, der Nachfolger, Maria Edler von Mannskopf. Der ist der Haifisch, der den Laden von Warnkönig frißt.

    Erst im Frühjahr 1828 sicherte der König von Preussen per Gesetz die Rechte von Verlegern und Schriftstellern.
    Inspirierte dieser Umstand den Dichter Leopold Schefer sich mit dem Thema zu befassen? Ja! Es entstand eine sozialkritische Erzählung.



    [siehe auch Seite 402_106: „Verleger sind eine Macht — die Seelen erscheinen läßt, oder sie abweist. . .“]
    oder
    [siehe: auf Seite 428_132 läßt Schefer am Schluß der Novelle den alten Warnkönig sagen: „Ich habe Dir Wunderdinge vorzulegen! Wunderdinge, oder ganz natürliche Dinge vom König von Preußen; denn einem Gerechten ist die Gerechtigkeit natürlich! Er hat Deine ganze Fahrt — ins Gleis gebracht.“]



    Ja!  Er beschrieb die menschlichen Seiten der Ungerechtigkeit, der ein Verleger ausgesetzt war beim Betreiben seines Gewerbes.
    Schefer nimmt mit der Novelle Der Seelenmarkt das Thema Ausbeutung auf seine Art aufs Korn: Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, Haifischmoral oder "die großen Fische fressen die kleinen", wie wir es noch heute im 21. Jahrhundert in ihrer Vielfalt kennen und täglich erleben.  Also ein uraltes Thema! 
    Schefer schreibt am Ende seiner Novelle Der Seelenmarkt:

    Friedrich Wilhelm der Dritte, König von Preußen, der Haupt-Erlöser des Vaterlandes von fremdem Druck, sicherte auch in Gottes Deutschland zuerst die Rechte der Schriftsteller und Verleger gegen den Nachdruck, im Frühjahr 1828.


    Der König — ein Erlöser?
    Da kam ein Wanderer des Weg, der sang:
    „Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun,
     uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!“





    Friedich Engels: „Preußen wurde damals regiert von Friedrich Wilhelm III., mit dem Spitznamen „der Gerechte“, einem der größten Holzköpfe, die je einen Thron geziert. Er war zum Korporal und zum Inspektor von Uniformknöpfen geboren; er war liederlich, ohne Leidenschaft, und gleichzeitig ein Moralprediger, er war unfähig, anders als im Infinitiv zu sprechen und wurde als Schreiber von Proklamationen nur von seinem Sohn übertroffen; er kannte nur zwei Gefühle – Furcht und feldwebelhafte Anmaßung.“

    Friedrich Wilhelm III. — König von Preussen
    — Regierungszeit: 16.11.1797 - 7.6.1840 —