Der Seelenmarkt
Novelle von Leopold Schefer

bullet1 Vorbemerkungen

    Ein altes und immer noch neues Thema in einem alten Buch:
    Der Seelenmarkt,
    Novelle von Leopold Schefer.

    Motto: Was nicht dein ist, das laß liegen.

    Warum aber dieser Titel? — Seelenmarkt . . . Seelen werden werden vermarktet um des Profites willen. Wer denkt heute nicht dabei an Leiharbeit. Eine Berliner Arbeiterseele macht heute bei STORCK Schokolade, dann bei CAMEL Zigaretten; später sehen wir ihn bei SAMSUNG Fernsehbildschirme machen; und wieder später bedient er einen Hafenkran, um für ein altes Kraftwerk Kohle aus einen Flußschiff zu entladen, jetzt war er bei einen sehr bekannten Textilhändler Textilien aus dem fernen Orient zu stapeln. Und auf dem Markt gibt es viel solcher auszubeutenden Seelen (Arbeitsmarkt).
    Leopold Schefer schrieb über Schriftsteller, Verleger, Buchdrucker, Nachdrucker die er aus eigener Anschauung am besten kannte. War er doch selber Schriftsteller und  hatte mit Verlegern und Buchdruckern selbst viel zu tun. Er kannte deren Probleme. Schefer als Schriftsteller selbst ging es gegen Diebstahl geistigen Eigentums, der sich auf dem Markt abspielt. Diese Novelle war für Buchdrucker und Buchhändler interessant. Sie wurde gekauft!!
    Auch heutzutage (2010) macht das Thema Seelenmarkt vor dem privaten Kleingewerbe und Kleinhandel nicht halt. Die großen Fische fressen eben immer noch die kleinen.
    Heute werden aber auch ganz große Fische gefressen. Dann sind wieder viele Seelen auf dem freien Markt. Freie Seelen werden heute „verharzt“ (HARTZ IV !!).

    In Schefers Novelle geht es um den Herrn Warnkönig, Verleger, Buchdrucker, Sortimenthändler und Commissionär, einen der solidesten Buchhändler . . . der in Wechselarrest genommen wurde, weil er bei Zahlungsverweigerung, ohne Einräumung einiger Frist die Vollstreckung in die persönliche Freiheit des Buchhändlers, den Wechselarrest aufgezwungen bekam, dessen Dauer eben von der Zahlungsfähigkeit des Beklagten Herrn Warnkönig abhing, oder von der Willkür des Konkurenten Herrn Mauskopf als  Kläger, welcher für des Beklagten nothdürftigsten Unterhalt zu sorgen hatte. 
    Heute sagen wir Insolvenz, und es gilt Insolvenzrecht . . .
    Wer geht als Sieger aus dem Insolvenz-Streit hervor?
    — der Sohn des Herrn Mauskopf, der durch das Geld  des Herrn Mauskopf geadelten Maria Edler von Mannskopf.

    Die Novelle wurde zuerst im "Taschenbuch zum Geselligen Vergnügen auf das Jahr 1830" Hg. Friedrich Kind,  Leipzig, C.H.F. Hartmann 1829 veröffentlicht.

    1831 wird sie wiederum in Leipzig bei C.H.F. Hartmann im Ersten Band Neue Novellen veröffentlicht [Seiten 295 -431].


    Der Bücherwurm hat von der Geschichte noch was übrig gelassen:


    In Leopold Schefers Ausgewählten Werken [1845 und 1857] ist diese Novelle in Theil 6 auf den Seiten 185 - 294 enthalten.
     




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